Weg der Erinnerung durch die Brigittenau
22 Stationen mit "Steinen der Erinnerung" machen Orte sichtbar, an denen jüdische BrigittenauerInnen gelebt haben, die Opfer des Holocaust wurden.
Die Brigittenau war vor 1938 ein Bezirk, in dem viele jüdische Wienerinnen und Wiener lebten. 20 Prozent der Menschen, also jeder Fünfte, stammte aus einer jüdischen Familie. Es gab ein reges jüdisches Leben in diesem Bezirk, der von relativer Armut sowohl der christlichen wie auch der jüdischen Bevölkerung geprägt war.
Am 22. Oktober 2011 eröffnete der Verein "Steine der Erinnerung" den Weg, der symbolisch das jüdische Leben der Bevölkerung dokumentiert und der vieler Menschen gedenkt, die von hier deportiert und ermordet worden sind. Kleine Messingtafeln - sogenannte "Steine der Erinnerung" - machen Orte sichtbar, an denen jüdische Brigittenauerinnen und Brigittenauer gelebt haben. Teile des Weges wurden bereits in den vergangenen Jahren feierlich eröffnet.
Stationen des Weges
22 Stationen rund um die Wallensteinstraße erinnern an Orte des jüdischen Lebens wie Synagogen, Schulen oder ehemalige Geschäfte. Auch an berühmte jüdische Menschen wie Joseph Roth wird erinnert. Die Bezirksvorstehung widmet dem Projekt eine Eingangstafel auf dem Gaußplatz. Einige Stationen waren schon in den vorhergehenden Jahren gesetzt worden. Mit den 2011 gesetzten Sationen ist der Erinnerungsweg durch die Brigittenau komplett.
- Gaußplatz: Projekteingangstafel "Jüdische Einwohnerinnen und Einwohner Brigittenau"
- Gaußplatz 7: "Die Brüder", Steine der Erinnerung
- Gaußplatz 6: Notausspeisung, Bibliothek
- Perinetgasse 2: Steine der Erinnerung
- Brigittenauer Lände 20: Steine der Erinnerung
- Brigittenauer Lände 28: Steine der Erinnerung
- Denisgasse 11: Steine der Erinnerung
- Kluckygasse 11: Wandtafel "Synagoge"
- Hannovergasse 13-15 Wandtafel "Aus dem Gemeindebau vertriebene Einwohnerinnen und Einwohner"
- Wallensteinstraße 23: Steine der Erinnerung
- Wallensteinstraße 29: Steine der Erinnerung
- Kaschlgasse 4: Bethaus "Bene Berith"
- Streffleurgasse 14: Wandtafel "Bewohnerinnen und Bewohner"
- Bäuerlegasse 21: Steine der Erinnerung
- Rauscherstraße 16: Kinderambulatorium
- Karajangasse 16: Schule, Sammellager
- Jägerstraße 26: koschere Fleischhauerei
- Jägerstraße 28: Wandtafel "Fritz Hedrich"
- Staudingergasse 16: Verein jüdischer Handwerker
- Staudingergasse 9: Wandtafel "Else Feldmann"
- Staudingergasse 6: Schule
- Wallensteinstraße 14: Wandtafel " Josef Roth"
Gedenksteine und Gedenktafeln außerhalb des Weges
Auch abseits dieses Weges gibt es "Steine der Erinnerung", die der Verein auf Wunsch der Angehörigen zum Gedenken setzt und die für sie symbolische Grabsteine darstellen für ihre Lieben, die kein Grab haben. Wie der 89-jährige Dr. Otto Shaul Baumann, der in Israel lebt und seiner Mutter gedenkt. Er stammt aus einer mittellosen Familie. Er schreibt: "… Ich kehrte zu Mama zurück nachhause und sagte zu ihr 'Mama es ist an der Zeit dass wir von hier verschwinden' - Sie weinte sehr - 'Du weißt ja sehr gut dass wir mittellos sind und zum Weglaufen braucht man Geld - Wenn es nicht anders geht fahr du zuerst und versuch halt mich nachzubringen.' Ich weinte auch. …" Otto Baumann bekam mit viel Glück ein Palästina Zertifikat. Seine Mutter wurde im Holocaust ermordet.
Außerhalb des Weges gibt es folgende Gedenkorte:
- Leipzigerstraße 50: Steine der Erinnerung
- Klosterneuburgerstraße 71: Steine der Erinnerung
- Allerheiligenplatz 1: Wandtafel "Bethaus, Bewohnerinnen und Bewohner"
- Traisengasse 17: Steine der Erinnerung
Weiterführende Informationen
Bezirksvorstehung Brigittenau
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