Kirchen im 9. Bezirk

Canisiuskirche "Zum Göttlichen Heiland am Ölberg"

Canisius-Kirche

9., Pulverturmgasse 11
Fahrplanauskunft

Die Marianische Kaufmannskongregation machte den Vorschlag, dem heiligen Petrus Canisius - Hofprediger und Bischofsvikar von Wien (1553 und 1554) - zum 300. Todestag ein Denkmal zu setzen.

Am 31. Juli 1899 wurde mit dem Bau des Gotteshauses begonnen. Am 18. Oktober 1903 wurde die Canisiuskirche feierlich eingeweiht. Das monumentale Bauwerk war in der knappen Bauzeit von dreieinhalb Jahren vollendet. Die geräumige Unterkirche (Krypta) wurde als Kapelle und Versammlungsraum für die verschiedenen Marianischen Kongregationen eingerichtet und der "Seligen Jungfrau Maria, der Herrin und Beschützerin aller Sodalen", geweiht. Die Oberkirche wurde nach den Plänen des Architekten Gustav Ritter von Neumann ausgeführt: ein geräumiges Langhaus mit einem deutlichen Querschiff in einer neuromanisch-frühgotischen Mischform. (Quelle: Pfarrchronik der Pfarre Canisius)


Lichtentaler Kirche "Zu den Heiligen 14 Nothelfern" (Schubertkirche)

Lichtentaler Pfarrkirche (Schubertkirche)

9., Marktgasse 40
Fahrplanauskunft

  • 1712: Der junge Kaiser Karl VI. legt den Grundstein zur Lichtentaler Kirche. Die Pläne dürften auf Johann Lucas von Hildebrandt und Andrea Pozzo zurückgehen.
  • 1713 bis 14: In der benachbarten Vorstadt Althangrund bricht die Pest aus, die letzte Epidemie in Wien (zwischen 2500 und 8600 Tote).
  • 1714: In der noch unfertigen Kirche wird das erste Hochamt gefeiert.
  • 1723: Lichtental wird selbstständige Pfarre, zuständig für die vier Vorstädte Lichtental, Himmelpfortgrund, Althangrund und Thurygrund.
  • 1769 bis 73: Die Kirche wird auf ihr heutiges Ausmaß vergrößert. Kaiserin Maria Theresia legt den Grundstein.
  • 1814: Die Lichtentaler Kirche feiert ihr 100-Jahr-Jubiläum (25. September), der Hochaltar wird liturgisch geweiht. Der 17-jährige Franz Schubert komponiert und dirigiert seine Festmesse in F-Dur mit großem Erfolg.
  • 1815-16:Komposition und Uraufführung der Messen in G-, B- und C-Dur und zahlreicher kleinerer Kirchenwerke Schuberts in Lichtental

(Quelle: Geschichte der Pfarre Lichtental)


Messiaskapelle - Evangelische Pfarrgemeinde A. B. Wien-Alsergrund

9., Seegasse 16
Fahrplanauskunft

Eingang zur Messiaskapelle im Haus Seegasse 16

Die Geschichte der Messiaskapelle und des Hauses Seegasse 16 ist untrennbar mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Wien und mit dem Wirken der Schwedischen Israelsmission zwischen den beiden Weltkriegen und während des Zweiten Weltkrieges verbunden. Die Entwicklungen in den ersten 20 Jahren des 20. Jahrhunderts waren schließlich das ausschlaggebende Motiv zur Errichtung der Missionsstation der Schwedischen Israelsmission in Wien (1920 bis 1938), mit der die Geschichte der Messiaskapelle ihren Anfang nimmt.


In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg und vermehrt in den Jahren danach kamen jüdische Familien - vorwiegend aus dem Osten - nach Wien und hatten hier ihre erste Begegnung mit dem Protestantismus. Hier, wie auch in zahlreichen anderen Städten der ehemaligen Donaumonarchie, lernten sie nicht nur die tolerante und aufgeklärte Art evangelischer Großstadtgemeinden kennen. In Predigt und Seelsorge erfuhren sie auch von einem Jesusbild und von christlichem Glauben, dem sie sich öffnen konnten. Diesem Bedarf und Wunsch nach einer für sie verständlichen Verkündigung des Evangeliums wollte die Schwedische Israelsmission (Svenska Israelsmissionen, Stockholm) Rechnung tragen, als sie sich zum Aufbau einer Missionsstation in Wien entschloss.

Im März 1922 wurde das Haus Seegasse 16 durch die Schwedische Israelsmission erworben. Zwischen 1938 und 1941 konnte über 3.000 Menschen, vornehmlich Juden und auch Christen jüdischer Abstammung zur Ausreise aus Österreich verholfen werden. Sie wurden vor der Deportation in die Vernichtungslager bewahrt. Die Missionsstation Wien hatte rund 100 "offizielle" Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um möglichst viele Personen unter den Schutz eines schwedischen Arbeitgebers stellen zu können.

  • Mai 1941: Der letzte Gottesdienst endet mit den Worten: „Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneiget".
  • 1951 wird das Haus wieder an die "Schwedische Mission für Israel" übergeben. In der Messiaskapelle werden wieder Gottesdienste abgehalten.
  • 1960: Beginn der Mitverwendung der "Messiaskapelle" als Predigtstation der Evangelischen Pfarrgemeinde Innere Stadt.
  • 1973 wird das Haus Seegasse 16 von der Schwedischen Israelsmission zum Verkauf angeboten und von der Evangelischen Pfarrgemeinde A. B. Wien-Innere Stadt erworben.
  • 1974 beendet die Schwedische Mission ihr Wirken in Wien. Die Messiaskapelle ist nun in erster Linie Predigtstation der Evangelischen Pfarrgemeinde A. B. Innere Stadt.
  • 1999: Errichtung der Evangelischen Pfarrgemeinde A. B. Wien-Alsergrund - Messiaskapelle

(Quelle: Chronik der Messiaskapelle)


Servitenkirche "Maria Verkündigung" - Pfarre Roßau

9., Servitengasse 9
Fahrplanauskunft

Servitenkirche

Mit kaiserlichem Dekret (Ferdinand III.) vom 16. September 1638 erhielt der Servitenorden, vermutlich durch die tatkräftige Unterstützung des Fürsten Octavio Piccolomini, die Erlaubnis, in Wien ein Kloster zu gründen. Bereits am 19. Mai 1639 wurde eine hölzerne Notkirche im Beisein des Kaisers, seiner Gemahlin und vieler Fürsten eingeweiht. Am 11. November 1651 wurde der Grundstein des heutigen Bauwerks gelegt. Die Kirche wurde in zwei Bauetappen errichtet. Die Konsekrierung (Liturgische Weihe) erfolgte im Jahr 1670, die vollständige Innenausstattung war 1677 vollendet. Die Peregrinikapelle sowie die beiden Kirchtürme sind Zubauten aus dem 18. Jahrhundert.

Die Barockkirche ist mit ihrer ovalen Kuppel zum Vorbild für andere Kirchenbauten wie zum Beispiel für die Karlskirche in Wien, geworden. (Quelle: Servitenkirche im Detail)


Schwarzspanierkirche (Albert-Schweitzer-Haus)

Fassade der ehemaligen Schwarzspanierkirche mit dem angebauten Studierendenheim Albert-Schweitzer-Haus

9., Schwarzspanierstraße 13
Fahrplanauskunft

Das im Türkenkrieg an der Alserstraße zerstörte Kloster der Schwarzspanier wurde nicht mehr an der ursprünglichen Stelle wiedererrichtet, sondern an der heutigen Schwarzspanierstraße 13. Die Grundsteinlegung erfolgte 1690, die Fertigstellung von Kloster und Kirche dauerte allerdings bis zum Jahr 1727. Nach dem Ersten Weltkrieg überließ die republikanische Regierung die Schwarzspanierkirche 1920 schließlich der Evangelischen Pfarrgemeinde Innere Stadt. 1939 wurde der Bau dann erneut Militärkirche für die protestantischen Angehörigen der Wehrmacht. Durch einen Luftangriff 1944 wurde das Gebäude allerdings unbenützbar.

Nach dem Ende des Krieges nutzte die US-Militärseelsorge den provisorisch hergerichteten Sakralbau zwar, eine Wiederherstellung nach Abzug der Truppen 1955 wurde aus Kostengründen aber verworfen. So wurde das Kirchenschiff bis 1964 abgetragen - lediglich die Hauptfassade blieb erhalten. Diese wurde in das stattdessen errichtete Studierendenheim integriert, das 1966 unter dem Namen Albert-Schweitzer-Haus seinen Betrieb aufnahm.


Santa Maria de Mercede - Priesterseminar

Kirche Santa Maria de Mercede

9., Boltzmanngasse 7-9
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Nachdem Karl VI. Spanien verlassen hatte, waren ihm auch zahlreiche Landsleute nach Wien gefolgt. Zur Betreuung der Spanierinnen und Spanier wurde 1717 ein eigenes Haus am Schottenpoint (heute Boltzmanngasse) gekauft, demoliert und auf dem Grundstück ein Spital gegründet. Nach Auflösung des Dreifaltigkeitsspitals am Rennweg übernahm das Spanische Spital dessen Kranke und wurde 1759 erweitert. Zum Spital gehörte auch die Kirche "Santa Maria de Mercede", die 1722 bis 1723 von Anton Ospel errichtet wurde. Geweiht wurde sie 1722 vom ersten Wiener Erzbischof Sigismund Graf Kollonitsch.

1916 wurde das Gebäude mit Verlegung des erzbischöflichen Priesterseminars zur Ausbildungsstätte mit Internat für Geistliche.

Die zweitürmige, schlichte Fassade steht im bemerkenswerten Gegensatz zur Üppigkeit des barocken Innenraums. Den rechteckigen Saalraum mit abgerundeten Ecken und Altarnischen schmückt eine bemerkenswerte Stuckdecke.


St. Johannes Nepomuk Kapelle - Pfarre Alservorstadt

Sankt Johannes-Nepomuk Kapelle

9., gegenüber Währinger Gürtel 88, (Innengürtel, Mittelstreifen)
Fahrplanauskunft

Die Nepomuk-Kapelle wurde in der Zeit von 1893 bis 1897 von Otto Wagner errichtet und ist sein erstes sakrales Werk. Sie gilt als Modell der Kirche Am Steinhof. Besondere Kennzeichen sind: Kreuz als Grundform, eine auf vier Pfeilern im Schnittpunkt der Kreuzarme ruhende Kuppel und große Bogenöffnungen. Die Altaraufbauten sind in Neo-Renaissanceformen gestaltet. Hinter dem Hochaltar befindet sich ein Abstellraum für Heiligenfiguren. Diese können dem Kirchenjahr entsprechend in die Aufbauten eingesetzt werden.


Votivkirche "Zum Göttlichen Heiland" - Propsteipfarre Votivkirche

Votivkirche

9., Rooseveltplatz 8
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Die Wiener Votivkirche gilt als eines der bedeutendsten neogotischen Sakralbauwerke der Welt. Die Entstehung des "Ringstraßendoms" neben dem Hauptgebäude der Wiener Universität steht in Zusammenhang mit dem Attentat auf den jungen Kaiser Franz Joseph I. am 18. Februar 1853 durch den Schneidergesellen Janos Libenyi.

Der Kirchenbau wurde in einem Architekturwettbewerb im April 1854 ausgeschrieben. Aus 75 eingereichten Projekten von Architekten aus der Donaumonarchie, Deutschland, England und Frankreich prämierte eine Jury das Projekt des damals erst 26-jährigen Architekten Heinrich von Ferstel. 1856 wurde der Bau begonnen. Nach 23-jähriger Bauzeit wurde die Kirche am 24. April 1879, dem Tag der Silberhochzeit des Kaiserpaares, geweiht.

Die dreischiffige neugotische Basilika im französischen Kathedralschema zählt zu den bedeutendsten Bauten des europäischen Historismus. Aus dem Umfeld der Wiederbelebung der Dombauhütten erwachsen, stellt sie den Höhepunkt der historistischen Sakralarchitektur in Wien dar.

Im Jahr 1880 wurde die Votivkirche zur Pfarrkirche erhoben, mit einem Pfarrgebiet, das auf dem Boden des früheren Glacis von der Bellaria bis zur Roßauer Lände reicht. (Quelle: Historie der Votivkirche)

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