Abgeschlossene Grabung 1., Judenplatz - Stadtarchäologie Wien

Für die Errichtung des Holocaust Mahnmals auf dem Judenplatz wurden von Juli 1995 bis November 1998 Ausgrabungen durchgeführt. Diese gelten als die bedeutendsten Stadtkernuntersuchungen in Wien. Beispielhaft fokussiert sich hier die lange und wechselvolle Geschichte der Stadt und ihrer mittelalterlichen Judengemeinde.

Legionslager aus der Römerzeit

Der Bereich wurde erstmals im ersten Jahrhundert nach Christus von den Römern besiedelt. Sie errichteten hier Kasernen für ein großes Legionslager. Aus dieser Zeit stammen Gebäude und Gassen, aber auch bemerkenswerte Götterstatuen aus Bronze und Stein. Nach dem Zusammenbruch der römischen Herrschaft versank mit dem Legionslager auch der Judenplatz in den sogenannten "dunklen Jahrhunderten".

Entstehung des Judenviertels

Erst ab dem 12. Jahrhundert wurde diese Gegend unter der Herrschaft der Babenberger erneut mit städtisch zu nennenden Strukturen erschlossen. Bald entstand hier das Judenviertel, das bereits im 13. Jahrhundert überregionale Geltung erlangte. Das Wachsen des Judenviertels schlug sich in mehrfachen Erweiterungen des Synagogengebäudes nieder. Die "Schul", wie sie bei den Juden genannt wird, war eine der größten des mittelalterlichen Europa. Sie gehört heute zu den wenigen, die noch studiert werden können.

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