Ausbildung und Jobs für über 1.000 Arbeitssuchende

Pflegerin und Seniorin

Der waff ist erste Anlaufstelle für Jobsuchende: Gute Ausbildungen und Jobaussichten gibt es beispielsweise in Sozial- und Pflegeberufen.

Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise macht vor Wien nicht halt. Trotz großen Anstrengungen im Kampf gegen die Auswirkungen der Krise nimmt die Arbeitslosigkeit weiter zu. Der Wiener Arbeitsmarkt ist aber nach wie vor von einem besonderen Phänomen geprägt: Trotz steigender Arbeitslosigkeit wächst gleichzeitig auch die Beschäftigung, im Jahresdurchschnitt 2012 etwa um 1,2 Prozent. Dieser Trend setzt sich fort. Umso mehr gilt es, mit aktiver Arbeitsmarktpolitik den betroffenen Menschen Unterstützung anzubieten.

Aus gutem Grund stehen dabei Personen mit fehlender Qualifikation in Wien im Mittelpunkt: Mehr als die Hälfte aller Wiener Arbeitslosen hat maximal einen Pflichtschulabschluss.

Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner:

Obwohl die Wirtschaftsforschung weiterhin für die nächsten Jahre ein leichtes Beschäftigungswachstum prognostiziert, werden Menschen ohne Ausbildung immer weniger davon profitieren können, weil es einfach immer weniger Arbeitsplätze für gering qualifizierte ArbeitnehmerInnen gibt. Deswegen setzen wir konsequent auf Aus- und Weiterbildung der Wiener ArbeitnehmerInnen. Mit dem Qualifikationsplan Wien 2020 haben wir vor kurzem eine Gesamtstrategie für die nächsten Jahre vorgestellt, wie in Wien der Anteil von Personen mit maximal Pflichtschulabschluss erkennbar reduziert werden kann.

Durch arbeitsplatznahe Qualifizierung zum beruflichen Neustart

Video: Mediengespräch des Bürgermeisters - Ausbildung und Jobs für über 1.000 Arbeitssuchende

Wie entscheidend Qualifikation für das Wahrnehmen von Jobchancen ist, zeigt eindrucksvoll der Bereich Gesundheit und Pflege: Seit dem Jahr 2000 hat sich die Beschäftigtenzahl in Wien auf rund 54.000 verdoppelt, die Nachfrage nach qualifiziertem Pflegepersonal wird weiter steigen. Ohne entsprechende Ausbildung gibt es allerdings für Arbeitsuchende keine Möglichkeit, sich für offene Stellen im Pflegebereich zu bewerben. Gleiches gilt selbstverständlich auch für viele andere Wirtschaftsbereiche mit speziellen Qualifikationsanforderungen.

Vor diesem Hintergrund spielen arbeitsplatznahe Qualifizierungsmodelle eine besondere Rolle: Wiener Unternehmen, die Fachkräfte suchen und formal gering Qualifizierten das Nachholen von formalen Bildungsabschlüssen ermöglichen, haben damit die Chance, zu gut ausgebildeten Fachkräften zu kommen. Arbeitsuchende Wienerinnen und Wiener erhalten auf diesem Weg eine Top-Qualifikation und die Aussicht auf einen fixen Job.

Auch im Jahr 2013 ermöglicht der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) deshalb wieder rund 1.000 arbeitslosen Wienerinnen und Wienern die Chance auf eine vollwertige Ausbildung beziehungsweise einen Berufsabschluss. Mit diesem Angebot wird aber zahlreichen Wienerinnen und Wiener die Chance auf einen beruflichen Neustart geboten. Gleichzeitig soll der Personalbedarf im Sozial- und Pflegebereich, aber auch in anderen Bereichen, gezielt gedeckt werden.

Der schnelle Weg zur Ausbildung

  • Interessierte Wienerinnen und Wiener, die arbeitslos sind oder deren Dienstverhältnis bald endet, können sich beim waff Personalfinder bewerben.
  • Anschließend durchlaufen sie ein mehrstufiges Auswahlverfahren beim Ausbildungsinstitut und beim zukünftigen Unternehmen. Dabei werden die persönliche Eignung und Motivation, aber auch die Sprachkenntnisse getestet.
  • Nach dem Auswahlprozess erwerben die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einer fachspezifischen Ausbildung vor Beginn des Dienstverhältnisses die für den Arbeitsplatz nötigen Kenntnisse.
  • Der waff und die späteren Arbeitgeberinnen beziehungsweise Arbeitgeber tragen die Ausbildungskosten. Das AMS Wien finanziert die Kosten der Lebenshaltung während der Ausbildung mit rund 20 Euro pro Tag.

Informationen für Interessentinnen und Interessenten gibt es auch unter der Telefonnummer: 01 21 748-777.

Ausbildung und Jobaussichten in Sozial- und Pflegeberufen

Die Arbeitsplätze im Gesundheits- und Pflegebereich entstehen insbesondere im mobilen und ambulanten Bereich beziehungsweise in der Hauskrankenpflege sowie in den städtischen Spitälern, Pflegewohnhäusern, Geriatriezentren und in den PensionistInnenwohnhäusern. Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen auch zunehmend in der Hospizbetreuung und in SeniorInnenwohnanlagen. Der überwiegende Teil der Beschäftigten sind Frauen. Aufgrund der kontinuierlich steigenden Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften bietet der waff schon seit vielen Jahren spezielle Ausbildungsprogramme im Bereich Gesundheit und Pflege an.

Die Programme des waff sind für arbeitslose Wienerinnen und Wiener deshalb so attraktiv, weil nicht nur die Möglichkeit auf eine hochwertige Fachausbildung angeboten wird. Auch das persönliche Kennenlernen von Dienstgeberinnen und Dienstgebern sowie der zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist vor dem Beginn der Ausbildung möglich. Durch diese enge Kooperation mit den Unternehmen gibt es nach der erfolgreichen Ausbildung im Grunde eine Jobgarantie.

Im Jahr 2013 können über dieses Angebot 849 Wienerinnen und Wiener mit einer Ausbildung im Pflege- und Sozialbereich starten. Über 300 Wienerinnen und Wiener sind heuer bereits in die Ausbildung eingetreten beziehungsweise werden diese in Kürze beginnen. Aktuell werden DiplomkrankenpflegerInnen, HeimhelferInnen, PflegehelferInnen und FachsozialbetreuerInnen gesucht.

Ausbildung Sozial- und Pflegeberufe

Bewerbung für 500 Ausbildungsplätze zu DiplomkrankenpflegerInnen, HeimhelferInnen, PflegehelferInnen und FachsozialbetreuerInnen sind 2013 möglich.

Aufgabenspektrum DiplomkrankenpflegerInnen

  • Eigenverantwortlicher Bereich: Planung, Organisation, Durchführung und Evaluation von pflegerischen Maßnahmen, Krankheitsvorsorge, Gesundheitsförderung und Gesundheitsberatung
  • Mitverantwortlicher Tätigkeitsbereich: Durchführung diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen nach ärztlicher Anordnung
  • Ausbildungsdauer: drei Jahre mit abschließender Diplomprüfung
  • 1.900 Euro Einstiegsgehalt

Ausgebildet wird an den Wiener Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege: Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) betreibt derzeit insgesamt zehn Gesundheits- und Krankenpflegeschulen im Bereich der allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflege, der Kinder- und Jugendlichenpflege sowie der psychiatrischen Gesundheits- und Krankenpflege. Insgesamt verfügt der KAV über 2.100 Ausbildungsplätze und ist somit der größte Ausbildungsanbieter in Österreich.

Aufgabenspektrum PflegehelferInnen

  • Betreuung und Pflege von Menschen aller Alterstufen
  • Unterstützung der individuellen Lebensweise der betreuten Personen durch Hilfe zur Selbsthilfe
  • Tätigkeit sowohl in der Hauskrankenpflege als auch stationär
  • Ausbildungsdauer: zwölf Monate
  • 1.700 Euro Einstiegsgehalt

Aufgabenspektrum HeimhelferInnen

  • Unterstützung hilfsbedürftiger, kranker oder behinderter Menschen, damit sie so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben können
  • Ausbildungsdauer: circa dreieinhalb Monate
  • 1.630 Euro Einstiegsgehalt

Aufgabenspektrum FachsozialbetreuerInnen

  • Schwerpunkt-Fachrichtungen: Behindertenarbeit, Behindertenbegleitung und Altenarbeit
  • Unterstützung geistig und mehrfach behinderter Menschen bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens
  • Therapeutische Maßnahmen und Trainings
  • Ausbildungsdauer: zwei Jahre, Diplomausbildung drei Jahre
  • 1.900 Euro Einstiegsgehalt

Rund 700 Personen absolvieren derzeit eine laufende Ausbildung im Bereich Sozial- und Pflegeberufe. Seit 2003 ist der waff mit seinen Angeboten im Pflege- und Sozialbereich aktiv und konnte damit fast 3.000 Wienerinnen und Wiener wieder in Beschäftigung bringen. 5.000 arbeitsuchende Wienerinnen und Wiener sind seither in die Ausbildung eingestiegen.

Wiener Linien suchen ab sofort

Lehrling an einer Werkbank

Seit 2004 kooperiert der waff mit den Wiener Linien. Er übernimmt auch hier die Personalsuche und -vorauswahl für Jobs inklusive Ausbildung. Seit Beginn der Kooperation konnten auf diesem Weg bis Ende 2012 insgesamt 718 Wienerinnen und Wiener in ein Dienstverhältnis einsteigen. Aktuell werden wieder 96 Straßenbahn- und U-Bahnfahrerinnen und -fahrer sowie Stationswartinnen und -warte gesucht.

Die Bewerbung zur Ausbildung startet ab sofort. Das Mindestalter für Straßenbahn- und U-Bahnfahrerinnen und -fahrer ist 21 Jahre, für Stationswartinnen und -warte 20 Jahre.

Aufgabenspektrum für künftige Straßen- und U-BahnfahrerInnen

  • Kenntnisse in Netz- und Tarifkunde (kaufmännische Ausbildung mit Prüfung)
  • Kenntnisse in Lienenführung und Streckenkunde
  • Kenntnis der Betriebs- und Signalvorschriften
  • Fahrzeugtypen
  • Deeskalation und Erste Hilfe
  • Fahrdiensttätigkeit im Schichtdienst
  • Nacht,- Wochenend- und Feiertagsarbeit
  • Ausbildungsdauer: rund drei Monate
  • 1.570 Euro Einstiegsgehalt

Jobs mit Ausbildung bei INTERSPAR

Gering qualifizierte arbeitsuchende Wienerinnen und Wiener können bei INTERSPAR den Lehrabschluss nachholen. Arbeitssuchende sollen dabei die Chance bekommen, qualifiziert in den Lebensmittelhandel einzusteigen. Das Besondere daran: Es winkt nicht nur ein fixer Job, sondern eine Ausbildung im Vorfeld in den Bereichen Feinkost, Bäckerei, Obst und Gemüse. Mit dieser Ausbildung ist es bei vorhandener Praxis möglich, den außerordentlichen Lehrabschluss als Einzelhandelskauffrau beziehungsweise -mann abzulegen.

Für knapp ein Dutzend Stellen startet die Bewerbung bereits im März 2013. Die ausgewählten Bewerberinnen und Bewerber beginnen im Mai mit der Ausbildung. Weitere 90 Ausbildungsplätze in Unternehmen mit Qualifizierungsbedarf sind für das Jahr 2013 geplant.

Für Stadträtin Brauner ist das Beispiel INTERSPAR vorbildhaft für Kooperationen in diesem Bereich mit privaten Unternehmen, die über den waff qualifizierte Wiener Arbeitskräfte finden möchten.

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